US-Zölle belasten deutsche Exporte massiv

Nima

US Zölle
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Die Ausfuhren aus Deutschland in die Vereinigten Staaten sind in den ersten drei Quartalen 2025 deutlich gesunken. Aktuelle Auswertungen des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigen, dass vor allem zentrale Industriezweige wie Automobilbau, Chemie und Maschinenbau von diesem Rückgang betroffen sind.

Die im laufenden Jahr eingeführten US-Zölle auf Waren aus Deutschland und anderen europäischen Ländern haben den Export spürbar gedämpft. Laut Analyse des IW gingen die deutschen Lieferungen in die USA im Vergleich zum Vorjahr um nahezu acht Prozent zurück. In den Jahren von 2016 bis 2024 hatten die Exporte über den Atlantik hingegen noch jährlich um durchschnittlich fünf Prozent zugelegt. Inzwischen liegen sie sogar unter dem Niveau des Jahres 2022.

Schlüsselindustrien besonders unter Druck
Rund 70 Prozent des gesamten Exportrückgangs entfielen auf die Branchen Automobil, Chemie und Maschinenbau. Am stärksten betroffen war die Automobilindustrie: Die Ausfuhren von Fahrzeugen und Autoteilen nahmen in den ersten drei Quartalen um etwa 15 Prozent ab. Auch im Maschinenbau sowie in der chemischen Industrie gingen die Exporte jeweils um knapp zehn Prozent zurück. Beim Maschinenbau spielen insbesondere die sehr hohen US-Zölle auf Stahl, Aluminium und daraus hergestellte Produkte eine Rolle, die aktuell bei 50 Prozent liegen. In der Chemiebranche kommen weitere Faktoren hinzu, etwa eine geringere Produktion in Deutschland infolge gestiegener Energiepreise, was ebenfalls die Exportmengen reduzierte.

Bereits zu Jahresbeginn war damit gerechnet worden, dass die US-Regierung unter Präsident Trump Zölle auf europäische Produkte einführen würde. In einigen Bereichen kam es deshalb zu Vorzieheffekten. So legten die Metallerzeugnisse in den ersten drei Quartalen insgesamt um fast 15 Prozent zu, was vor allem auf ein starkes erstes Quartal zurückzuführen ist. Nach der Ankündigung der Zölle auf Stahl und Aluminium im März gingen diese Ausfuhren jedoch wieder zurück. Auch bei pharmazeutischen Produkten wurde ein leichter Zuwachs von 1,2 Prozent verzeichnet. Zeitweise waren sehr hohe Zollsätze im Gespräch, doch bis zur Einigung zwischen der EU und den USA im Juli blieben die meisten Arzneimittel zollfrei. In den Jahren 2016 bis 2024 waren die Pharmaexporte im Durchschnitt noch um fast zehn Prozent pro Jahr gewachsen.

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Handelsstrategie neu ausrichten
Da kurzfristig nicht mit einer deutlichen Reduzierung der US-Zölle zu rechnen ist, sollte Deutschland seine Abhängigkeit vom US-Markt verringern. Nach Einschätzung von IW-Expertin Samina Sultan sei es notwendig, neue Absatzmärkte etwa in Südamerika, Indien und Indonesien zu erschließen und gleichzeitig bestehende Handelshemmnisse innerhalb der EU abzubauen. Zudem müsse der Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen. Besonders für die Chemieindustrie stelle der Standort selbst das zentrale Problem dar; die US-Zölle hätten den Abschwung zwar beschleunigt, ihn jedoch nicht ausgelöst.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Institut der Deutschen Wirtschaft/Veröffentlicht am 22.12.2025