Unternehmen fühlen sich von Politik allein gelassen

Nima

Schild Tafel mit Hergestellt in Deutschland
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Viele Unternehmen in Deutschland fühlen sich von der Bundesregierung bei den aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen nicht ausreichend unterstützt. Das zeigt eine Umfrage des internationalen Kreditversicherers Atradius unter 339 Unternehmen aus verschiedenen Branchen.

Demnach geben 72 Prozent der befragten Unternehmen an, von der Politik zu wenig Unterstützung zu erhalten. 29 Prozent fühlen sich sogar überhaupt nicht unterstützt. Gleichzeitig bewertet fast die Hälfte der Befragten die Attraktivität ihres Unternehmensstandorts schlechter als zuvor.

Frank Liebold, Country Director Deutschland bei Atradius, sieht die Unternehmen derzeit gleich mehrfach unter Druck. Sie müssten mit steigenden Kosten, erschwertem Zugang zu Krediten, geopolitischen Unsicherheiten und dem Eindruck umgehen, mit diesen Problemen weitgehend allein gelassen zu werden.

Standortbedingungen verschlechtern sich

Die Rahmenbedingungen für Unternehmen in Deutschland werden aus Sicht vieler Befragter schwieriger. 43 Prozent bewerten die Attraktivität ihres Standorts im Vergleich zum Vorjahr als gesunken. Als Gründe gelten unter anderem steigende Abgaben, der anhaltende Fachkräftemangel und hohe Energiepreise.

Auch die Finanzierung bereitet vielen Unternehmen Sorgen. 22 Prozent berichten, dass sich der Zugang zu Finanzierungsmitteln innerhalb der vergangenen zwölf Monate verschlechtert hat. Nur drei Prozent sehen eine Verbesserung.

Für Betriebe, die Investitionen über Fremdkapital finanzieren müssen, verschärft sich dadurch eine ohnehin angespannte wirtschaftliche Situation.

Geopolitische Spannungen erhöhen die Kosten

Ein großer Teil der Belastungen entsteht außerhalb der Unternehmen selbst. 66 Prozent der Befragten spüren bereits jetzt Auswirkungen geopolitischer Spannungen auf ihre Lieferkettenkosten. Weitere 21 Prozent rechnen damit, dass diese Folgen innerhalb der kommenden zwölf Monate spürbar werden.

Besonders stark betroffen sind die Unternehmen durch steigende Transportkosten. 78 Prozent nennen diesen Faktor als Belastung. Höhere Einkaufspreise für Rohstoffe und Vorprodukte sowie gestiegene Energiepreise werden jeweils von 75 Prozent der Befragten genannt.

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Rund die Hälfte der Unternehmen leidet zusätzlich unter größerer Planungsunsicherheit. Nach Einschätzung von Atradius ist es angesichts dieser Belastungen nachvollziehbar, dass knapp sieben Prozent der Unternehmen im schlimmsten Fall sogar einen Produktionsstopp befürchten. Etwa jedes dritte Unternehmen schließt ein solches Szenario zumindest teilweise nicht aus.

Lieferketten sollen widerstandsfähiger werden

Viele Unternehmen reagieren auf die Risiken mit Anpassungen ihrer Lieferketten. Als Regionen mit besonders großen Versorgungsrisiken nennen jeweils rund die Hälfte der Befragten den Nahen Osten sowie China und Taiwan. Beide Regionen gelten als Krisenherde, die globale Handelsströme bereits merklich beeinflussen.

Auf sogenanntes Friend-Sourcing setzt bislang gut jedes fünfte Unternehmen oder plant entsprechende Schritte. Dabei werden Lieferanten gezielt aus politisch riskanten Regionen abgezogen und durch Partner aus stabileren oder politisch näherstehenden Märkten ersetzt.

Frank Liebold zufolge erkennen Unternehmen zwar zunehmend, dass ihre Lieferketten widerstandsfähiger werden müssen. Der Umbau sei jedoch komplex und benötige Zeit, die viele Betriebe aktuell kaum hätten. 80 Prozent der befragten Unternehmen haben diesen Schritt bislang noch nicht umgesetzt.

Unternehmen wünschen sich strukturelle Entlastung

Statt kurzfristiger Einzelmaßnahmen erwarten viele Unternehmen dauerhaft wirksame Entlastungen. Eine politisch diskutierte steuerfreie Einmalprämie von 1.000 Euro wurde nicht umgesetzt. Aus Sicht der befragten Betriebe wären jedoch ohnehin nachhaltigere Maßnahmen wichtiger.

60 Prozent sprechen sich für eine Senkung der Stromsteuer aus. 57 Prozent wünschen sich eine niedrigere Einkommensteuer. Rund 56 Prozent lehnen eine Erhöhung der CO₂-Abgabe im Jahr 2027 ab.

Atradius-Deutschlandchef Frank Liebold bewertet die Ergebnisse als klares Signal. Unternehmen wollten keine einmaligen Entlastungen, sondern verlässliche strukturelle Verbesserungen. Niedrigere Steuern und stabile Abgaben könnten Planungssicherheit schaffen, die aus seiner Sicht derzeit besonders dringend benötigt wird.

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Breite Branchenbasis der Umfrage

Die Befragung wurde im Mai durchgeführt. Teilgenommen haben Unternehmen aus zahlreichen Branchen, darunter Automotive, Bauwirtschaft und Baustoffhandel, Chemie, Dienstleistungen, Elektronik, Finanzen, IT und Software, Konsumgüter, Landwirtschaft, Lebensmittel, Maschinenbau, Metall, Papier, Textil und Transport.

Die befragten Unternehmen unterscheiden sich deutlich in Größe und Umsatz. Die Jahresumsätze reichen von unter fünf Millionen Euro bis zu mehr als einer Milliarde Euro. Die Beschäftigtenzahl liegt zwischen weniger als 100 und mehr als 1.500 Mitarbeitenden.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Atradius Kreditversicherung/Veröffentlicht am 14.07.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.