Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) geht davon aus, dass sich der deutsche Pkw-Gesamtmarkt im Jahr 2026 deutlich erholen wird. Nach zwei herausfordernden Jahren, die insbesondere durch den abrupten Wegfall staatlicher Kaufanreize für Elektrofahrzeuge geprägt waren, erkennt der Verband klare Anzeichen für eine Rückkehr auf einen Wachstumspfad. Ausschlaggebend dafür seien vor allem die aktuellen Vorhaben der Regierungskoalition zur erneuten Förderung elektrischer Antriebe.
Kräftiger Impuls für den Markt im Jahr 2026
In seiner aktuellen Jahresprognose rechnet der ZDK für 2026 mit einem Zuwachs der Pkw-Neuzulassungen um etwa 3,5 bis 4 Prozent auf rund 2,95 Millionen Fahrzeuge. Davon dürften etwa 1,1 Millionen Fahrzeuge mit einem elektrifizierten Antrieb ausgestattet sein, wobei batterieelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride in etwa gleich stark vertreten sein sollen. Als zentrale Treiber der Nachfrage nennt der Verband ein deutlich erweitertes Angebot an E-Modellen im Klein- und Kompaktwagensegment, steigende Reichweiten, eine geringere Preisdifferenz zwischen Verbrennern und Elektroautos sowie den kontinuierlichen Ausbau der Ladeinfrastruktur.
Aus Sicht des ZDK greifen politische Maßnahmen, das breitere Fahrzeugangebot und die zunehmende Alltagstauglichkeit elektrischer Antriebe zunehmend ineinander. Der Verband erwartet daher, dass Elektromobilität im Jahr 2026 eine breitere Akzeptanz im Markt erreichen kann, sofern die politischen Rahmenbedingungen konsequent umgesetzt werden.
2025 weiterhin verhaltene Entwicklung
Für das Jahr 2025 prognostiziert der ZDK lediglich einen leichten Anstieg der Pkw-Neuzulassungen auf etwa 2,85 Millionen Fahrzeuge. Der Markt für batterieelektrische Fahrzeuge dürfte dabei weitgehend stagnieren. Bereinigt um die stark gestiegenen Eigenzulassungen von Herstellern und Händlern, die zur Einhaltung der CO₂-Flottengrenzwerte deutlich ausgeweitet wurden, werde das BEV-Segment im Jahr 2025 nur knapp das Niveau von 2023 erreichen. Zusätzlich belastend wirkten weiterhin hohe Strompreise für das Laden sowie fehlende Ladeinfrastruktur in vielen Wohnquartieren.
Risiken durch steigenden CO₂-Preis
Sollte der Hochlauf der Elektromobilität nicht schneller gelingen, warnt der ZDK vor einem CO₂-Preis von bis zu 300 Euro je Tonne in den kommenden Jahren. Dies würde zu Mehrkosten von rund 70 bis 80 Cent pro Liter Kraftstoff führen. Mobilität könnte sich dadurch zunehmend zu einer sozialen Frage entwickeln, da Menschen ohne Zugang zu Neuwagen von bezahlbarer individueller Mobilität ausgeschlossen würden. Vor diesem Hintergrund bewertet der Verband die neue Förderstrategie der Bundesregierung als wichtigen Schritt, da sie zentrale und sozial ausgewogene Vorschläge des ZDK aufgreife und Elektromobilität stärker in der Breite der Gesellschaft verankern könne.
Nach Einschätzung des Verbands ist eine schnelle Verfügbarkeit bezahlbarer Elektrofahrzeuge sowie alternativer Kraftstoffe entscheidend, weshalb die angekündigten Fördermaßnahmen als unverzichtbar angesehen werden.
Nach Förderstopp: Perspektive auf Neustart
Der ZDK verweist darauf, dass der Förderstopp im Dezember 2023 zu einem nahezu vollständigen Einbruch der privaten Nachfrage geführt habe. Die vergangenen zwei Jahre bewertet der Verband rückblickend als verlorene Zeit für die Elektromobilität. Die Ende November von der aktuellen Regierungskoalition vorgestellten Förderinstrumente könnten jedoch den Wendepunkt markieren. Entsprechend zeigt sich der ZDK zuversichtlich, dass der Pkw-Markt ab 2026 wieder spürbar an Dynamik gewinnt.
Gebrauchtwagenmarkt bleibt stabil
Der Gebrauchtwagenmarkt präsentiert sich 2025 weiterhin robust auf hohem Niveau. Trotz anhaltend hoher Neuwagenpreise fiel der Zuwachs bei den Besitzumschreibungen bislang moderat aus und liegt bei rund 0,2 Prozent, was auch auf gesunkene Zinsen zurückgeführt wird. Bis zum Jahresende rechnet der ZDK mit etwa 6,5 Millionen Halterwechseln. Auch für 2026 erwartet der Verband ein vergleichbares Niveau. Zwar könnten staatliche Impulse und attraktivere Finanzierungen mehr Käufer in den Neuwagenmarkt lenken, gleichzeitig stützten jedoch hohe Fahrzeugpreise, eine schwache gesamtwirtschaftliche Lage und ein deutlich gestiegenes Durchschnittsalter der Fahrzeuge weiterhin das Gebrauchtwagensegment.
Aus Sicht des ZDK bestätigt der Gebrauchtwagenmarkt damit erneut seine stabilisierende Funktion, indem er Preisschwankungen abfedert und einen wesentlichen Beitrag zur Mobilität in Deutschland leistet.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von ZDK Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe e.V./Veröffentlicht am 08.12.2025
