Leise Zuversicht im Mittelstand trotz schwachem Indexwert

Nima

Mittelstand. Hand baut Geldstapel auf einem Baustein mit Text. Turm aus Euro Münzen. Taschenrechner daneben.
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Auf den ersten Blick hinterlassen die aktuellen Stimmungsdaten aus dem deutschen Mittelstand im Januar einen eher ernüchternden Eindruck, zumal vielerorts auf Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung gehofft wird. Der Geschäftsklimaindex der kleinen und mittleren Unternehmen bewegte sich zu Jahresbeginn kaum und sank geringfügig um 0,1 Punkte auf minus 15,0 Zähler. Damit bleibt die Stimmung weiterhin klar unterhalb der Nulllinie, die den langfristigen Durchschnitt markiert.

Bei genauerer Betrachtung lässt sich diese Entwicklung jedoch als positives Signal lesen. Sie deutet darauf hin, dass der Mittelstand eine bemerkenswerte Widerstandskraft zeigt. Der Start ins Jahr war schließlich von neuen geopolitischen Spannungen geprägt, unter anderem durch internationale Diskussionen rund um Grönland, die zusätzlich belastend wirkten.

Ein differenzierter Blick auf einzelne Branchen im Mittelstand verstärkt diesen positiven Eindruck. In nahezu allen Bereichen verbesserte sich das Geschäftsklima, besonders deutlich im Einzelhandel, gefolgt vom Großhandel. Lediglich im verarbeitenden Gewerbe blieb eine Aufhellung aus, wobei sich die Stimmung dort zumindest nicht weiter eintrübte. Dass der Gesamtindex für den Mittelstand dennoch keine Verbesserung ausweist, hängt vor allem mit einem statistischen Effekt der Saisonbereinigung zusammen. Dadurch wird die tatsächliche Stimmungsverbesserung im Januar rechnerisch überdeckt.

Aus Sicht des Chefvolkswirts der KfW sei die Lage im Mittelstand aktuell besser, als es der reine Indexwert vermuten lasse. Er gehe weiterhin davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden Monaten an Dynamik gewinnen werde und sich die Stimmung in den Unternehmen entsprechend verbessere.

Zusätzlichen Optimismus liefern die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe, die im Herbst spürbar zulegen konnten. Der lange erwartete fiskalische Impuls zeigt sich dabei zunächst in großen Einzelaufträgen. Diese kommen zwar anfangs nur ausgewählten Unternehmen zugute, dürften sich jedoch schrittweise über Folgeaufträge auf weitere Bereiche der Wirtschaft ausweiten.

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Auch bei den Großunternehmen zeigte sich im Januar ein ähnliches Bild wie im Mittelstand: Das Geschäftsklima verharrte auf niedrigem Niveau und lag bei minus 19,4 Punkten. Während sich bei den mittelständischen Betrieben die Erwartungen für die kommenden sechs Monate eintrübten, verbesserte sich dort leicht die Einschätzung der aktuellen Lage. Bei den Großunternehmen war hingegen das Gegenteil zu beobachten.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von KfW/Veröffentlicht am 30.01.2026