IW-Prognose: Inflation 2026 wohl unter dem Niveau von 2022
Nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft dürfte die Inflation in Deutschland im Jahresdurchschnitt 2026 spürbar unter dem Krisenniveau des Jahres 2022 bleiben. Grundlage dafür ist eine Simulation, bei der das IW die Entwicklung der vergangenen Energiekrise auf die aktuelle Preissituation übertragen hat.
Demnach ist trotz der weltweiten Energiekrise infolge des Iran-Kriegs im Jahr 2026 mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von 3,5 Prozent zu rechnen. Eine Preiswelle wie im Jahr 2022 wird dabei nicht erwartet. Damals hatte die Inflationsrate im September mit zehn Prozent ihren Höchststand erreicht. Für Dezember 2026 geht das Institut von einem Anstieg der Verbraucherpreise um 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat aus.
Robustere Ausgangslage als in der letzten Energiekrise
Zwar sind die Preise für Öl und Gas infolge des Iran-Kriegs gegenüber dem Vorjahr jeweils um knapp 40 Prozent gestiegen und bewegen sich damit in einer ähnlichen Größenordnung wie 2022. Nach Einschätzung des IW trifft dieser Preisschock jedoch auf ein deutlich stabileres wirtschaftliches Umfeld. So lag die Inflationsrate im Januar noch bei 2,1 Prozent. Im Unterschied dazu war die Lage vor vier Jahren bereits durch eine anhaltende Inflationsphase geprägt, die als Folge der Pandemie entstanden war und durch die Energiepreissprünge zusätzlich verschärft wurde.
Vor diesem Hintergrund verfügt auch die Europäische Zentralbank heute über mehr Handlungsspielraum als damals. Dennoch bleibt die Lage schwierig. Eine Anhebung des Leitzinses könnte zwar den Preisauftrieb bremsen, würde zugleich aber das ohnehin schwache Wirtschaftswachstum weiter belasten.
Heizkosten könnten den Preisdruck verstärken
Wie stark die Inflation tatsächlich anzieht, dürfte auch davon abhängen, wie sich die Versorgungslage bei Gas entwickelt. Die Gasspeicher sind derzeit schwächer gefüllt als 2022. Sollten im Sommer hohe Beschaffungskosten anfallen, könnten diese im Winter direkt zu höheren Heizkosten für private Haushalte führen. Gleichzeitig verteuern steigende Energiepreise auch die Produktion, was sich wiederum auf die Verbraucherpreise auswirken dürfte.
IW-Finanzmarktexperte Markus Demary wies darauf hin, dass eine längere Dauer des Iran-Kriegs voraussichtlich auch zu einer stärkeren Inflation führen werde. Besonders einkommensschwache Haushalte könnten dadurch zunehmend unter Druck geraten. In diesem Fall seien gezielte Entlastungen sinnvoll. Breite Maßnahmen nach dem Prinzip der Gießkanne, wie etwa beim Tankrabatt, hält er jedoch für ungeeignet. Zugleich machte Demary deutlich, dass der Krieg im Iran zwangsläufig Wohlstandsverluste mit sich bringen werde und der Staat nicht jede Belastung vollständig ausgleichen könne.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Institut der Deutschen Wirtschaft/Veröffentlicht am 29.04.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.
