Innovationspolitik müsse eine deutlich höhere Priorität erhalten, stellte Bundesforschungsministerin Dorothee Bär beim Gipfel für Forschung und Innovation im Rahmen des Falling Walls Science Summit heraus. Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik beraten dort über richtungsweisende Entscheidungen für Fortschritte in Forschung und Innovation, insbesondere bei Schlüsseltechnologien wie Künstlicher Intelligenz und Quantentechnologien. Ausgerichtet wird die Veranstaltung vom Stifterverband, der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) sowie der VolkswagenStiftung.
Bär machte deutlich, dass aus dem bestehenden Anspruch „Knowledge made in Germany“ künftig häufiger und schneller „Innovation made in Germany“ werden müsse. Wer technologische Neuerungen frühzeitig umsetze, präge maßgeblich globale Standards – wirtschaftlich, technologisch und gesellschaftlich.
Vor dem Hintergrund globaler Umbrüche, zunehmender technologischer Abhängigkeiten und einer geschwächten internationalen Zusammenarbeit geraten Deutschland und Europa unter wachsenden Druck. Der Forschungsgipfel 2025 setzt daher unter dem Leitmotiv „Zeit zum Handeln“ klare Signale. Er zeigt auf, welche Maßnahmen erforderlich sind, um die Innovationsfähigkeit, Widerstandskraft und Wettbewerbsposition Europas und Deutschlands langfristig zu sichern. Neben Bär kommen weitere Fachleute aus Forschung, Wirtschaft und Politik zu Wort. Im Mittelpunkt stehen strukturelle Reformen im Forschungs- und Innovationssystem, internationale Kooperationen trotz geopolitischer Spannungen sowie Innovationen, die aus sicherheitsrelevanter Forschung entstehen oder diese ermöglichen.
Die Diskussionen verdeutlichen, dass Europa im Vergleich zu anderen Weltregionen zunehmend Wettbewerbsfähigkeit einbüßt. Neben stagnierenden Ausgaben für Forschung und Entwicklung fehlt es vor allem an der Fähigkeit, sich an immer kürzer werdende Innovationszyklen anzupassen und eigene Entwicklungen erfolgreich zu skalieren. Entscheidend ist daher, wissenschaftliche Ergebnisse schneller in marktfähige Anwendungen zu überführen. Sowohl große Unternehmen als auch mittelständische Betriebe benötigen neue Strategien, um sich in einem zunehmend komplexen globalen Umfeld behaupten zu können. Gleichzeitig steht Europa vor der Aufgabe, internationale wissenschaftliche Kooperationen trotz geopolitischer Herausforderungen stabil zu halten und seine Rolle als Raum freier Wissenschaft zu stärken.
Ein weiterer Schwerpunkt betrifft Innovationen im Bereich der Sicherheitsforschung. Obwohl die Investitionen stark zunehmen, bleiben sie im internationalen Vergleich weiterhin gering. Gerade dieses Feld bietet jedoch großes Potenzial für wissenschaftliche Erkenntnisse mit breiter wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Relevanz. Daher stellt sich die Frage, wie Europa seine Sicherheitsforschung ausbauen kann und welche Rahmenbedingungen eine engere Zusammenarbeit von Wissenschaft und Industrie erfordern.
Zahlen und Fakten, die den dringenden Handlungsbedarf für mehr Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland und Europa unterstreichen, sind unter der genannten Adresse des Forschungsgipfels abrufbar.
Der Gipfel für Forschung und Innovation bietet jährlich Perspektiven für die Weiterentwicklung des deutschen Forschungs- und Innovationssystems und versteht sich als Orientierungspunkt für strategische Entscheidungen. Als interdisziplinäres Forum fördert er Austausch und Vernetzung. Veranstaltet wird er vom Stifterverband, der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) sowie der VolkswagenStiftung.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V./Veröffentlicht am 07.11.2025
