Innovation in Berlin: Drei Reallabore starten durch

Nima

Drohne mit Paket
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Nachhaltiges Bauen, effiziente Wassernutzung und eine moderne Drohnenlogistik – mit diesen Schwerpunkten gehen drei neue Berliner Reallabore an den Start. Ziel ist es, Innovationen nicht nur zu entwickeln, sondern sie auch unter realen Bedingungen zu erproben und so den Alltag der Menschen direkt zu verbessern. Vorgestellt wurden die Vorhaben von Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey. In den kommenden drei Jahren fördert die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe die Projekte, damit sie ihre Konzepte praxisnah umsetzen können.

Die ausgewählten Reallabore sind:

  • B(e)Ware: untersucht, wie wiederverwendbare Baustoffe in Planungs- und Bauprozessen eingesetzt werden können.

  • IWIQ (Integrierte Wasser- und Wärmerückgewinnung im Quartier): entwickelt Systeme, um Abwasser in Bestandsgebäuden energetisch zu nutzen und aufzubereiten.

  • U-Space Berlin: erprobt Drohnentechnologien für eine effiziente und schnelle innerstädtische Lieferlogistik, zum Beispiel für Medikamente.

Das Programm zur Förderung von wirtschaftsorientierten Reallaboren wurde 2023 ins Leben gerufen. Ziel ist es, sowohl technologische als auch organisatorische Innovationen schneller marktreif zu machen. Die Auswahl erfolgte in einem zweistufigen Verfahren: Aus 56 Bewerbungen schafften es zunächst zehn Projekte in eine Konzeptphase, in der ihre Ideen konkretisiert wurden. Am Ende überzeugten drei Vorhaben – B(e)Ware, IWIQ und U-Space Berlin –, die nun mit insgesamt rund neun Millionen Euro gefördert werden. Bereits in der Konzeptphase stand eine Million Euro zur Verfügung. Die Senatsverwaltung erwartet, dass am Ende wirtschaftlich tragfähige Anwendungen entstehen. Begleitet werden die Projekte über den gesamten Zeitraum vom Projektträger VDI/VDE.

Franziska Giffey betonte bei der Vorstellung, dass Berlin mit den drei Reallaboren Innovationskraft sichtbar mache. Die Vorhaben würden nicht nur alltagsnahe Lösungen liefern, sondern auch rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen berücksichtigen. Berlin verfüge über ein enormes Potenzial an kreativen Ansätzen aus Wissenschaft und Wirtschaft, das mit dieser bundesweit einzigartigen Förderung gezielt gehoben werde.

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B(e)Ware – Wiederverwendung von Baustoffen

Das Reallabor B(e)Ware widmet sich der Frage, wie gebrauchte Materialien wie Stahlträger oder Holzbalken erneut in Bauprojekten eingesetzt werden können. Ziel ist es, eine funktionierende Kreislaufwirtschaft im Bauwesen zu etablieren. Umgesetzt wird das Konzept in drei Projekten: dem Ausstellungspavillon TULIUM auf dem Campus Charlottenburg der TU Berlin, einer Wasserrettungsstation am Müggelsee und einem Werkstattgebäude der Jugendbauhütte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Außerdem werden zentrale Lager- und Verteilstrukturen in Spandau und weiteren Berliner Bezirken erprobt. Neben den ökologischen Einsparpotenzialen untersucht das Projekt rechtliche und technische Rahmenbedingungen, um den Einsatz gebrauchter Materialien künftig zu erleichtern.

Projektpartner sind u. a. das Natural Building Lab der TU Berlin (Koordination), ZRS Architekten und Ingenieure GvA mbH sowie weitere Partner aus Logistik, Materialprüfung, Rückbau und Bauwirtschaft.

IWIQ – Wasser und Wärme im Kreislauf

Im Reallabor IWIQ steht die Rückgewinnung von Wärme und Wasser im Fokus. Das Vorhaben entwickelt Konzepte, um sogenanntes Grauwasser – also leicht verschmutztes Abwasser aus Dusche, Waschbecken oder Waschmaschinen – aufzubereiten und wiederzuverwenden. Zugleich soll die entstehende Wärme nutzbar gemacht werden. Geplant sind ein Lernort in Kreuzberg und konkrete Umsetzungen in mehreren Bestandsgebäuden in Karlshorst, Lichtenberg, Pankow und Zehlendorf. Mit Hilfe von digitalen Gebäudemodellen wird die notwendige Infrastruktur für neue Wasserkreisläufe geplant. Die Nutzung des aufbereiteten Wassers ist unter anderem für Toilettenspülungen, die Gartenbewässerung oder Waschmaschinen vorgesehen.

Beteiligt sind u. a. das Kompetenzzentrum Wasser Berlin gGmbH (Koordination), Nolde – innovative Wasserkonzepte GmbH, die Technische Universität Berlin, Contecht GmbH, Howoge Wohnungsbaugesellschaft mbH sowie weitere Forschungseinrichtungen und Unternehmen.

U-Space Berlin – Drohnenlogistik für die Stadt

Das Reallabor U-Space Berlin erprobt den Einsatz von Drohnen für den Transport leichter Güter. Schwerpunkte sind die Lieferung medizinischer Produkte und von Lebensmitteln in einem Gewerbegebiet in Tempelhof-Schöneberg und rund um das Ullsteinhaus. Ziel ist es, Transportwege zu verkürzen und den Stadtverkehr zu entlasten. Neben den technischen Aspekten stehen rechtliche Fragen, Sicherheitsanforderungen und die Beteiligung der Bürger bei der Auswahl von Flugrouten im Vordergrund. Auch ein typenoffener Landeplatz, der ähnlich wie eine Packstation funktioniert, soll entwickelt werden.

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Projektpartner sind u. a. Startup Colors UG/Applied Data Incubator (Koordination), die Technische Universität Berlin, DiAvEN Labfly UG, marktschwalbe UG, Murzilli Consulting / M&K Germany GmbH sowie die Akkon Hochschule für Humanwissenschaften.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Stadt Berlin/ Veröffentlicht am 25.08.2025