Die deutschen Unternehmen haben ihre internen Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Jahr 2024 nur geringfügig angehoben. Insgesamt investierten sie 92,5 Milliarden Euro, was einem Plus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht und damit in etwa die allgemeine Preisentwicklung widerspiegelt. Diese Ergebnisse gehen aus aktuellen Erhebungen des Stifterverbands hervor, der die Daten jährlich im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sammelt. Zwischen den Branchen zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede: Während die Softwarebranche ihre Investitionen weiter ausbaute, verzeichnete die pharmazeutische Industrie sinkende interne FuE-Aufwendungen.
Neben den internen Investitionen stiegen auch die Ausgaben für externe Forschungs- und Entwicklungsaufträge leicht an. Unternehmen gaben hierfür 33 Milliarden Euro aus, rund 3,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auch das in der Forschung beschäftigte Personal wurde moderat aufgestockt, nämlich um 1,9 Prozent. Insgesamt blieb der Zuwachs der FuE-Ausgaben damit eher verhalten und bewegte sich nahezu vollständig im Rahmen der Inflationsrate.
Ein wichtiger Indikator für die Bedeutung von Forschung und Entwicklung ist der Anteil der internen FuE-Aufwendungen am Bruttoinlandsprodukt. Dieser lag 2024 bei 3,13 Prozent und damit auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr. Der wirtschaftliche Sektor allein steuerte 2,14 Prozentpunkte bei und bleibt damit der zentrale Treiber. Die restlichen Anteile entfallen auf Hochschulen, staatliche Forschungseinrichtungen sowie privatwirtschaftlich nicht orientierte Organisationen.
Die Bundesforschungsministerin betonte laut Bericht, dass der neue Höchststand der gemeinsamen FuE-Ausgaben von Staat und Wirtschaft positiv zu bewerten sei. Sie habe darauf hingewiesen, dass an dem Ziel festgehalten werde, die Investitionen weiter in Richtung 3,5 Prozent des BIP zu steigern. Die Bundesregierung wolle die Rahmenbedingungen verbessern, um neue wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in wirtschaftliche Anwendungen und gesellschaftliche Innovationen zu überführen. Mit der Hightech Agenda Deutschland solle die Forschungsstärke des Landes gezielt in wirtschaftliche Leistungsfähigkeit übergehen. Zudem werde das steuerliche Investitionssofortprogramm als wichtiger Impulsgeber für Unternehmen gesehen.
Auch der Präsident des Stifterverbands äußerte laut Mitteilung, dass das derzeitige Engagement der Wirtschaft für Forschung und Entwicklung nicht ausreiche, um angesichts der großen Transformationsanforderungen und des hohen globalen Wettbewerbsdrucks Entwarnung zu geben. Er hob hervor, dass neue Technologien und Problemlösungen notwendig seien, um den Wandel zu bewältigen. Die Hightech Agenda gebe dafür zwar die richtigen Impulse, nun müsse die Umsetzung jedoch mit klaren Zeitplänen zügig vorangetrieben werden.
Die Branchenentwicklung zeigt ein differenziertes Bild: Besonders stark investierten weiterhin Unternehmen aus der Softwareentwicklung sowie aus anderen Bereichen der Informations- und Kommunikationsdienstleistungen. Sie erhöhten ihre internen FuE-Ausgaben um 6,6 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro, während das eingesetzte FuE-Personal um 7,4 Prozent anwuchs. Auch Unternehmen aus dem Bereich technischer und wissenschaftlicher Dienstleistungen, der Finanz- und Versicherungsbranche sowie dem Luft- und Raumfahrzeugbau steigerten ihre Investitionen überdurchschnittlich.
Demgegenüber reduzierten einige zentrale Industriezweige ihre FuE-Aufwendungen. Die chemische Industrie senkte ihre internen Ausgaben um 2,4 Prozent und kürzte zudem die Vergabe externer Forschungsaufträge. Auch die pharmazeutische Industrie verringerte ihre Budgets um 2,1 Prozent. In der Herstellung von Metallerzeugnissen gingen die internen FuE-Ausgaben ebenfalls zurück, hier um 3,7 Prozent.
Die Kfz-Industrie bleibt trotz dieser Entwicklungen die wichtigste Innovationsbranche Deutschlands. Ihre internen FuE-Ausgaben stiegen jedoch nur um 3,3 Prozent. Während sie in den Vorjahren zunehmend externe Forschungsaufträge vergeben hatte, reduzierte die Branche diese Ausgaben diesmal um 3,3 Prozent – allerdings weiterhin auf hohem Niveau. Typisch für die Kfz-Branche bleibt, dass für jeden investierten Euro in interne Forschung etwa 50 Cent zusätzlich für externe Leistungen ausgegeben werden. Dies deutet darauf hin, dass die Branche in erheblichem Umfang auf externes Know-how angewiesen ist.
Insgesamt setzt sich der Trend fort, dass Unternehmen externe Forschungs- und Entwicklungsleistungen stärker ausweiten als interne Budgets. Ziel ist es häufig, Zugang zu neuem Wissen zu gewinnen, Innovationspotenziale zu erschließen sowie Marktpositionen zu sichern oder auszubauen.
Auffällig ist zudem, dass vor allem große Unternehmen ihre FuE-Aktivitäten leicht angehoben haben, während kleine und mittlere Unternehmen im Durchschnitt eher weniger investierten. Für das Jahr 2025 rechnen FuE-aktive Unternehmen nicht damit, ihre internen Ausgaben stärker als die Inflationsrate zu erhöhen. Ein nennenswerter Ausbau ist in keiner Branche absehbar.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V./Veröffentlicht am 10.11.2025
