Deutschlands Handel mit China kippt: Exporte brechen ein, Importe steigen deutlich

Nima

Handel mit China
©Mike Mareen/stock.adobe.com

In den ersten fünf Monaten dieses Jahres sind die deutschen Exporte nach China um etwa 14 Prozent eingebrochen. Gleichzeitig verzeichnete Deutschland einen Importanstieg aus Fernost um rund zehn Prozent. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Das Ungleichgewicht im Handel verstärke sich deutlich – und China nutze dabei laut Studie wettbewerbsverzerrende Maßnahmen. Die Europäische Union sollte dem nicht tatenlos zusehen, sondern handelspolitisch reagieren.

Dabei galt in Deutschland über Jahre hinweg ein klarer Kurs im Umgang mit China: Die wirtschaftlichen Beziehungen sollten breiter aufgestellt, die Abhängigkeit verringert und Fehler wie im Fall Russland vermieden werden. Doch die jüngsten Zahlen zeigen eine gegenteilige Entwicklung: Während die Importe aus China zunehmen, brechen die Exporte deutlich ein. Für die deutsche Exportwirtschaft ist China damit aktuell kein Wachstumstreiber mehr, sondern zunehmend ein Risiko.

Besonders betroffen: Metalle, Autos und Elektronik

Auffällig ist vor allem der massive Einbruch im Handel mit Metallerzeugnissen: Hier gingen die Ausfuhren nach China um etwa 25 Prozent zurück, während die Einfuhren um den gleichen Prozentsatz anstiegen. Noch deutlicher fällt das Minus bei Kraftfahrzeugen aus: Der Export sank um rund 36 Prozent. Auch bei elektrischen Ausrüstungen war mit einem Rückgang von 16 Prozent eine negative Entwicklung zu beobachten. Diese Entwicklung wirkt sich nicht nur auf die Handelsbilanz aus, sondern beeinträchtigt auch die heimische Wertschöpfung und Beschäftigung.

Massive Wettbewerbsverzerrung durch China

Der Außenhandelsexperte des IW, Jürgen Matthes, sieht die Situation kritisch. Seiner Einschätzung nach sei nun deutlich spürbar, dass der sogenannte „China-Schock“ Realität geworden ist. Zwar sei die Praxis der großzügigen Subventionierung chinesischer Unternehmen seit Langem bekannt, doch bislang habe man die erhebliche Unterbewertung der chinesischen Währung gegenüber dem Euro nicht ausreichend beachtet. Genau diese Kombination aus Subventionen und künstlich niedrigem Wechselkurs ermögliche es chinesischen Firmen, ihre Produkte zu extrem günstigen Preisen auf den europäischen Markt zu bringen. Dies gefährde die industrielle Basis Deutschlands massiv.

siehe dazu auch:  Ermäßigter Steuersatz für Gastronomie vor dem Aus: Rückkehr zu 19 Prozent Umsatzsteuer

Matthes betont, dass solch ein Vorgehen nicht länger hinnehmbar sei und fordert eine entschlossene Reaktion der Europäischen Union. Handelsinstrumente wie Ausgleichszölle könnten helfen, faire Wettbewerbsbedingungen herzustellen. Ein Beispiel dafür seien die jüngst eingeführten Zölle auf chinesische Elektroautos – hier sei bereits ein spürbarer Rückgang der Importe um 38 Prozent zu verzeichnen.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Institut der Deutschen Wirtschaft / Veröffentlicht am 24.07.2025