Deutsche Wirtschaft 2025: Stagnation statt Aufschwung

Nima

Wirtschaft Stagnation
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Schwache Industrie, rückläufige Investitionen und eine belastete Außenwirtschaft prägen das Jahr 2025: Nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) bleibt die erhoffte Erholung vorerst aus. Erst 2026 zeichnet sich eine vorsichtige Trendwende ab – mit einem Wachstum von rund einem Prozent, das jedoch eher moderat ausfallen dürfte.

Die Ursachen sind vielfältig. Hohe Energie- und Arbeitskosten, komplexe Regulierungen sowie geopolitische Spannungen und zunehmender Protektionismus belasten die deutsche Konjunktur spürbar.

Außenhandel unter Druck

Obwohl ein Zollabkommen mit den USA geschlossen wurde, bleibt die amerikanische Handelspolitik unberechenbar. Für 2025 rechnet das IW mit einem Rückgang der Exporte um etwa 0,5 Prozent. Im Jahr darauf ist lediglich eine leichte Stabilisierung möglich. Eine Rückkehr zu früheren Handelsbedingungen gilt angesichts der weltpolitischen Lage als unwahrscheinlich.

Investitionen gehen zurück

Die globale Unsicherheit und ein Reformstau in Deutschland bremsen Investitionen deutlich aus. Im ersten Halbjahr 2025 lagen die Bruttoanlageinvestitionen 1,7 Prozent unter dem Vorjahreswert – rund elf Prozent weniger als 2019. Besonders problematisch ist der Rückgang bei den Ausrüstungsinvestitionen von 2,5 Prozent. Da diese entscheidend für das langfristige Wachstum sind, könnte dies die Perspektiven der kommenden Jahrzehnte schwächen.

Bauwirtschaft bleibt in der Krise

Auch die Baukonjunktur zeigt keine Erholung. 2025 sinken die Bauinvestitionen erneut um 1,7 Prozent, im Wohnungsbau sogar noch stärker. Erst ab 2026 könnten staatliche Investitionsprogramme Wirkung entfalten.

Privater Konsum steigt nur leicht

Die Konsumausgaben der Haushalte legen 2025 lediglich um etwa ein Prozent zu. Viele Menschen sparen aus Vorsicht, da sie Arbeitsplatzverluste fürchten.

Arbeitsmarkt ohne Dynamik

Auf dem Arbeitsmarkt ist keine Besserung in Sicht. Die Zahl der Erwerbstätigen bleibt bei rund 46 Millionen, während die Arbeitslosenquote auf erhöhtem Niveau verharrt. Strukturreformen wie beim Bürgergeld werden frühestens 2026 spürbare Effekte zeigen.

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Reformen als Voraussetzung für Erholung

Die erwarteten Wachstumsimpulse aus dem Infrastruktur-Sondervermögen lassen weiter auf sich warten. Deutschland steckt in einer Investitions- und Strukturkrise. Fachleute des IW betonen, dass die Bundesregierung im Herbst grundlegende Reformen anstoßen müsse, um 2026 eine Erholung einzuleiten. Dazu zählen eine Unternehmenssteuerreform, weniger Bürokratie und gezielte Investitionsanreize.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Institut der Deutschen Wirtschaft/ Veröffentlicht am 17.09.2025