Deutsche Industrie: Produktiv, aber im globalen Wettbewerb unter Druck

Nima

Deutsche Industrie
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Eine aktuelle Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) macht deutlich, dass die deutsche Industrie trotz hoher Produktivität an internationaler Wettbewerbsfähigkeit verliert. Hauptursache seien steigende Arbeitskosten in Verbindung mit wachsender Konkurrenz aus China.

Seit dem Sommer 2018 befindet sich die deutsche Industrie in einer Rezession, wobei vor allem die hohen Arbeitskosten eine zentrale Rolle spielen. Ein Blick auf die Lohnstückkosten verdeutlicht die Belastung: Im Jahr 2024 lagen sie in der deutschen Industrie 22 Prozent über dem Durchschnitt von 27 betrachteten Industriestaaten. Das bedeutet, dass Unternehmen hierzulande für die Herstellung einer Einheit rund ein Fünftel höhere Lohn- und Gehaltskosten aufbringen mussten. Teurer war die Produktion lediglich in Lettland, Estland und Kroatien.

Obwohl die deutsche Industrie zu den produktivsten weltweit zählt – sie belegt im internationalen Vergleich Platz sieben und wird unter den großen Volkswirtschaften nur von den USA übertroffen – ist die Kostenseite problematisch. Deutschland weist die dritthöchsten Arbeitskosten im Vergleich auf. In den USA liegen diese zwar leicht niedriger, gleichzeitig ist die Produktivität dort jedoch um 44 Prozent höher.

Positiv fällt ins Gewicht, dass die Lohnstückkosten in Deutschland seit 2018 mit einem Anstieg von 18 Prozent langsamer gewachsen sind als im internationalen Schnitt (20 Prozent). Dennoch zeigt sich eine Schwäche: Während die Bruttowertschöpfung im Ausland im Mittel um sechs Prozent zulegen konnte, ging sie in Deutschland um drei Prozent zurück. Damit haben deutsche Industriefirmen trotz vergleichsweise moderater Preissteigerungen weniger Produkte abgesetzt. Ein wesentlicher Grund dafür ist der Verlust des technologischen Vorsprungs – insbesondere gegenüber chinesischen Wettbewerbern. Dadurch können deutsche Unternehmen immer seltener Preise am Markt durchsetzen, was die hohen Standortkosten zusätzlich belastend wirken lässt.

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Laut IW-Experten dürften die Lohnstückkosten in den kommenden Jahren weiter steigen. Der Fachkräftemangel trage dazu bei, dass die Löhne kletterten und die Produktionskosten am Standort Deutschland weiter zunähmen. Empfohlen wird, dass die Bundesregierung durch eine Begrenzung der Lohnnebenkosten und Reformen bei den Sozialsystemen gegensteuert, um die wirtschaftliche Basis nicht schrittweise zu verlieren.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Institut der Deutschen Wirtschaft/ Veröffentlicht am 27.08.2025