In den großen Polit-Talkshows von ARD und ZDF spielt das Thema Wirtschaft eine immer kleinere Rolle. Eine aktuelle Auswertung der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) zur Gästestruktur im Jahr 2025 zeigt eine deutliche Verschiebung: Obwohl die wirtschaftliche Lage in Deutschland angespannt bleibt, nimmt die Präsenz wirtschaftspolitischer Themen im Fernsehen spürbar ab.
Weniger Wirtschaft in den Debatten
Von insgesamt 284 untersuchten Sendungen – darunter Markus Lanz, Caren Miosga, Maybrit Illner, hart aber fair und Maischberger – befassten sich nur rund 20 Prozent mit wirtschaftspolitischen Themen. Im Vergleich zum Jahr 2023, als noch etwa ein Drittel der Sendungen diesen Schwerpunkt hatte, entspricht das einem deutlichen Rückgang. Das steht im Kontrast zu Umfragen, in denen wirtschaftliche Fragen weiterhin als besonders relevant eingeschätzt werden.
Kaum Stimmen aus der Praxis
Selbst wenn wirtschaftliche Themen behandelt werden, fehlen häufig Vertreter aus der Praxis. In etwa einem Drittel der entsprechenden Sendungen war keine einzige Person aus Unternehmen oder Wirtschaftsverbänden vertreten. Stattdessen dominieren politische Akteure und Medienschaffende die Diskussionen: Politiker stellten rund 41 Prozent der Gäste, Journalistinnen und Journalisten etwa 27 Prozent.
Demgegenüber sind wirtschaftliche Perspektiven kaum präsent. Unternehmer machten lediglich etwa 5 Prozent der Gäste aus, Vertreter von Verbänden rund 2 Prozent. Zusammen erreichen sie damit nur einen Anteil von etwa 7 Prozent. Ökonomen waren mit etwa 14 Prozent etwas stärker vertreten und konnten zumindest vereinzelt eine wissenschaftliche Perspektive einbringen.
Besonders geringe Präsenz bei „Maischberger“
Ein besonders deutliches Ungleichgewicht zeigt sich bei der Sendung Maischberger. Dort kam in rund 80 Prozent der wirtschaftsbezogenen Ausgaben weder eine praktische noch eine fundierte theoretische Wirtschaftsperspektive vor. Vertreter aus der Wirtschaft fehlten vollständig, während Ökonomen lediglich einen sehr kleinen Anteil der Gäste stellten.
Im Vergleich dazu schnitt hart aber fair besser ab: Hier hatten knapp 39 Prozent der Sendungen einen wirtschaftlichen Schwerpunkt, und in diesen Fällen waren auch Vertreter aus der Wirtschaft eingebunden.
Kritik an der Themen- und Gästeauswahl
Der Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, Thorsten Alsleben, bewertet diese Entwicklung kritisch. Er macht deutlich, dass in einer wirtschaftlich schwierigen Phase ein zentrales Thema in den öffentlich-rechtlichen Talkshows zunehmend vernachlässigt werde. Besonders problematisch sei aus seiner Sicht die Zusammensetzung der Gästerunden, da häufig über wirtschaftliche Fragen gesprochen werde, ohne diejenigen einzubeziehen, die direkt damit zu tun haben.
Aus seiner Perspektive werde damit der Anspruch auf ausgewogene Berichterstattung nicht ausreichend erfüllt. Er spricht sich dafür aus, wirtschaftliche Expertise stärker in die Diskussionen einzubinden und den Blick wieder stärker auf sachliche Inhalte zu richten. Nur wenn Praktiker stärker berücksichtigt würden, ließen sich realistische Lösungsansätze für die wirtschaftliche Lage entwickeln.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)/Veröffentlicht am 25.03.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.
