Sicherheitsrisiko: EU-Warnsystem meldet Rekordzahl gefährlicher Produkte

Nima

Gefährliches Spielzeug
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Die Europäische Kommission veröffentlichte heute den Safety Gate Report 2025, der die Meldungen über gefährliche Non-Food-Produkte im europäischen Schnellwarnsystem dokumentiert. Mit 4.671 Warnungen erreichte das System einen neuen Höchststand – ein Anstieg von 13 Prozent im Vergleich zu 2024. Diese Meldungen führten zu 5.794 Folgemaßnahmen, darunter Rückrufe, Marktrücknahmen und die Löschung von Online-Angeboten. Johannes Kröhnert, Leiter des Brüsseler Büros des TÜV-Verbands, betonte, dass jede Warnung ein potenziell gefährliches Produkt repräsentiert, das Verbraucherinnen und Verbraucher nicht erreichen sollte. Besonders besorgniserregend sei, dass das System nur behördlich erfasste Fälle abbildet und die tatsächliche Zahl unsicherer Produkte deutlich höher liegt.

Kosmetik und Spielzeug besonders betroffen
Die meisten Warnmeldungen betrafen Kosmetika (36 Prozent), gefolgt von Spielzeug (16 Prozent) und elektrischen Geräten (11 Prozent). Als häufigste Risiken wurden gefährliche Chemikalien (53 Prozent), Verletzungsgefahren (14 Prozent) und Erstickungsrisiken (9 Prozent) genannt. Gerade bei Spielzeug sind die Sicherheitsanforderungen besonders streng, da Kinder Produkte oft in den Mund nehmen oder unbeaufsichtigt damit spielen. Kröhnert wies darauf hin, dass Eltern berechtigterweise erwarten, dass Spielwaren im europäischen Handel sicher sind – der Report zeige jedoch, dass dies nicht immer der Fall ist.

Marktüberwachung muss dringend gestärkt werden
Ein zentrales Problem ist der Verkauf gefährlicher Produkte über internationale Online-Plattformen, wo Anbieter europäische Sicherheitsstandards und Kontrollen leichter umgehen können. Verbraucher können die Sicherheit von Produkten online kaum einschätzen. Zwar gelten im EU-Binnenmarkt einheitliche Vorschriften, etwa durch die Spielzeugrichtlinie oder die Allgemeine Produktsicherheitsrichtlinie, doch die CE-Kennzeichnung – eine Selbsterklärung der Hersteller – bietet Verbrauchern nur begrenzte Sicherheit. Kröhnert forderte eine effektivere, digitalere und besser koordinierte Marktüberwachung, insbesondere bei Importen über Online-Plattformen, sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen Behörden und Zoll.

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Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von TÜV Verband e.V./Veröffentlicht am 06.03.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.