Der Fachkräftemangel verschärft sich von Jahr zu Jahr. Eine aktuelle Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) macht deutlich: Etwa drei Viertel der Beschäftigten könnten sich vorstellen, ihre Arbeitszeit zu erhöhen – vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen stimmen.
Besonders deutlich wird das Problem beim Blick in die Zukunft: Bis zum Ende der Amtszeit von Friedrich Merz werden rund zwei Millionen Menschen mehr in Rente gehen, als junge Arbeitskräfte nachrücken. Für Politik und Wirtschaft bedeutet das eine große Herausforderung, denn die anfallende Arbeit bleibt bestehen, wenn der Wohlstand gesichert werden soll. Laut IW-Befragung ist die wichtigste Voraussetzung für zusätzliche Arbeitsstunden eine geringere Steuer- und Abgabenlast. Würden mehr Beschäftigte ihre Wochenarbeitszeit ausweiten, ließe sich der demografische Rückgang zumindest teilweise abfedern. Befragt wurden im Mai und Juni 2025 knapp 5.000 Erwerbstätige.
Homeoffice und flexible Arbeitszeiten
Neben finanziellen Faktoren spielen auch Arbeitsmodelle eine entscheidende Rolle. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, sie wären eher zu Mehrarbeit bereit, wenn sie häufiger von zu Hause oder mobil arbeiten könnten. Auch flexible Arbeitszeiten stehen hoch im Kurs. Auffällig ist zudem ein Altersunterschied: Während 86 Prozent der unter 30-Jährigen grundsätzlich offen für längere Arbeitszeiten sind, liegt der Anteil bei Beschäftigten ab 55 Jahren nur bei 69 Prozent.
Welche Anreize zählen
Abgesehen vom Alter ist die Bereitschaft zu Mehrarbeit weitgehend unabhängig von Geschlecht, Branche oder Arbeitsort. Laut IW-Forscher Holger Schäfer wird deutlich, dass finanzielle Entlastungen wie geringere Abgaben Mehrarbeit attraktiver machen. Die Politik müsse daher Anreize schaffen, damit sich längere Arbeitszeiten tatsächlich lohnen und den Wohlstand sichern können.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Institut der Deutschen Wirtschaft/ Veröffentlicht am 05.09.2025
