Den größten Anteil der Arbeitsunfähigkeitstage stellen heute die Erkrankungen des Muskel- und Skelettapparates dar, insbesondere Rückenschmerzen, hauptsächlich verursacht durch zu langes, starres Sitzen. In Zahlen: Mindestens 80 % der Bevölkerung leiden unter Rückenschmerzen. Rund 80.000 Stunden eines Arbeitslebens werden heute im Sitzen verbracht. Zusammen mit den Sitzanteilen in der Freizeit verbringt der Mensch ca. 85 % des Tages sitzend.
Fitness und Bewegungsförderung werden in vielen Firmen daher großgeschrieben: Etliche große Konzerne zum Beispiel haben einen eigenen Fitness-Club. Bei der Allianz etwa können Mitarbeiter ab 40 Jahren Gesundheitsseminare besuchen. Mitarbeiter von Siemens können in der Gleitzeit an Sonderkursen wie Rückenschule, Schulter- oder autogenes Training teilnehmen und die Stadtwerke München bieten außer Kooperationen mit Fitnesscentern auch bezuschusste Massagen in einem speziellen Fitnessraum an.
Unkonventionell und effektiv – anders sitzen!
Aber: Fitnessförderung im Unternehmen geht auch anders! Sie kann schon beim Sitzen anfangen. Aktiv-dynamisches Sitzen heißt hier die Lösung, also Sitzen in Bewegung. Die meiste Bewegung beim Sitzen bieten sogenannte Aktiv-Sitze mit ihrer einzigartigen Fähigkeit, sich in drei Dimensionen den Bewegungen des Sitzenden anpassen zu können. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass man sich auf solchen Sitzen mehr als doppelt so viel bewegt wie beim herkömmlichen Sitzen. Dieses Sitzen hält automatisch die Bauch- und Rückenmuskeln aktiv, sorgt für eine natürliche Haltung, fördert die Elastizität der Bandscheiben, erhält die Beweglichkeit der Gelenke, hält den Kreislauf fit und macht dazu noch Spaß. Und das wiederum fördert Motivation, Konzentration und Leistungsfähigkeit.
Schmerzen im unteren Rücken sind unter Erwachsenen weitverbreitet und werden oft von Überbeanspruchung, Muskelanspannung oder Verletzungen hervorgerufen. Eine Behandlung kann helfen, so aktiv wie möglich zu bleiben und zu verstehen, dass manche Rückenschmerzen nicht überraschend auftreten oder gefährlich sind.
Meistens hilft es bei Schmerzen im unteren Rücken, wenn man körperlich aktiv ist, Haltungen und Betätigungen meidet, die Schmerz verursachen oder ihn vergrößern, Kaltwickel benutzt und/oder rezeptfreie Schmerzmittel einnimmt. Vieles davon funktioniert allerdings am Arbeitsplatz nicht und muss daher zu Hause angewendet werden.
Aktiv gegen Rückenschmerzen im Büro
Sobald der akute Schmerz verschwindet, ist man bereit für leichte Übungen zur Kräftigung des Rückens und der Beine sowie der Ausführung von Dehnübungen. Das Training kann nicht nur helfen, Rückenschmerzen zu verringern, sondern auch, eine schnellere Regeneration zu fördern und Verletzungen des Rückens zu verhindern. Ebenso kann dadurch das Risiko einer Behinderung im Alltag durch Rückenschmerzen verringert werden. „Übungen, um Rückenschmerzen im unteren Rücken zu lindern, sind nicht kompliziert und können problemlos mit der vorhandenen Büroausstattung ohne spezielle Ausrüstung ausgeführt werden“, betont ein Mitarbeiter der Personalberatung Bremen.
Hilfe bei akuten Rückenschmerzen
Um eine gute Dehnbarkeit zu erreichen, lässt sich im Büro etwa ein Gymnastikball verwenden. Viele Leute bevorzugen diese Art der Übung, da man sich den Rücken oder andere Muskeln dabei nicht zerren kann. Genau wie bei Pilates wird bei Übungen mit einem Gymnastikball die Rumpfmuskulatur, inklusive des Rückens, trainiert. Wer bisher nicht mit einem Gymnastikball trainiert hat, der sollte einen wählen, der weich und nicht ganz aufgeblasen ist. Mit diesem lässt sich viel einfacher arbeiten als mit harten Bällen. Wie bei anderen Dehnübungen sollten die Übungen mit dem Gymnastikball langsam und fließend ausgeführt werden. Die einzelnen Positionen werden ca. 10 Sekunden gehalten und jeweils zehnmal wiederholt.
Spezielle Gesundheitsberater im Unternehmen oder von extern (z. B. einer Personalberatung) halten entsprechende Kataloge mit Übungen bereit, die am Arbeitsplatz ausgeführt werden können. Wichtig ist, dass die Übungen regelmäßig, am besten täglich, im Büro ausgeführt werden. Am besten nimmt man sich dazu eine bestimmte Pause vor, vielleicht wenn die anderen Mitarbeiter rauchen gehen, und absolviert in dieser seine Übungen. Schon nach 2–3 Wochen bemerken viele Büroarbeiter so eine deutliche Verbesserung ihrer Rückenprobleme.
