Darum werden Soft Skills im Berufsleben immer wichtiger

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Hard Skills Soft Skills
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In immer mehr Stellenausschreibungen und Anforderungsprofilen drückt der potenzielle Arbeitgeber den Wunsch aus, dass der zukünftige Mitarbeiter über ein hohes Ausmaß an sogenannten Soft Skills verfügen sollte. Viele Menschen haben jedoch keine genaue Vorstellung davon, was diese ominösen Soft Skills überhaupt sind. Schließlich bekommt man für Soft Skills kein Zeugnis und kann diese daher auch nicht nachweisen. Die wichtigsten Fragen dazu beantworten wir hier.

Was sind Soft Skills überhaupt?

„Soft Skills“ dient als Oberbegriff für verschiedene Fähigkeiten, die im Kontext der Interaktion mit anderen Menschen (die auch die Rolle „Kunde“ oder „Mitarbeiter“ haben können) stehen. Verfügt jemand über eine hohe soziale Kompetenz, kann er sich wunderbar in andere hineinversetzen und auch schwierigere und eine persönliche Atmosphäre verlangende Aufgaben meistern. Teamfähigkeit beispielsweise zählt zu diesen sozialen Kompetenzen und somit zu den Soft Skills. Sie steht dafür, Probleme im Team mit Mitarbeitern oder auch mit Kunden lösen zu können, die Aufgabe also nicht nur alleine versuchen zu bewältigen.

Soft Skills umfassen also eine große Bandbreite an Verhaltensweisen, Kenntnissen und einer inneren Einstellung im Umgang mit anderen Menschen. Sie sind für die meisten Unternehmen genauso wichtig wie die entsprechenden Hard Skills, also geistige und körperliche Fähigkeiten im entsprechenden Arbeitsgebiet.

Wofür sind Soft Skills genau notwendig?

In hoch entwickelten Volkswirtschaften sind nur noch vergleichsweise wenig Menschen mit der Produktion von Waren beschäftigt. Viele Bereiche der Volkswirtschaft realisieren Werte nicht aufgrund der reinen Produktion von Gütern oder Waren, sondern durch die kreative Zusammenstellung von Leistungen oder auch das Umformen der zur Verfügung stehenden Teile. Ein Handwerker beispielsweise muss die Kunden auch in Bezug auf passende Fliesen oder Inneneinrichtungen beraten können, um mehr als die Standardware verkaufen zu können.

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In den Bereichen Entertainment, Gastronomie und Freizeitbeschäftigung sind viele Produkte und Leistungen gefragt, die eine persönliche Ansprache des Kunden erfordern. Damit hier eine entsprechende Atmosphäre geschaffen werden kann, verlangt es neben Fachwissen und Empathie für Menschen auch nach den passenden Soft Skills. Der Mitarbeiter muss erkennen, welche Kunden wie angesprochen werden sollten. Und letztlich schaffen Soft Skills einen erheblichen Mehrwert, da die Deckungsbeiträge in den Luxusmärkten oder im beratungsintensiven Geschäft enorm steigen.

Merke: Je mehr sich ein Produkt oder eine Leistung vom reinen Materialwert entfernt, desto wichtiger sind die unter Soft Skills zusammengefassten Fähigkeiten und das Herstellen einer positiven Arbeitsgrundlage zwischen Kunde und Mitarbeiter. Eine Präsentation erstellen lassen, ist zum Beispiel heute keine große Herausforderung mehr. Sie dem Kunden aber so zu präsentieren, dass dieser begeistert ist und dem Unternehmen in der Folge Umsatz einbringt, verlangt wesentlich ausgefeiltere Skills.

Warum sind Soft Skills im Bewerbungsgespräch so gefragt?

Nicht nur im Job selbst, sondern auch schon bei einem Bewerbungsgespräch sind heutzutage Soft Skills sehr gefragt. Der zukünftige Arbeitgeber möchte ein möglichst klares Bild von demjenigen bekommen, der in Zukunft das Unternehmen gegenüber den Kunden repräsentieren soll. Deshalb wird sich ein Teil des Bewerbungsgespräches sich auch mit der Interaktion mit anderen Menschen befassen. Allerdings gibt es dabei eine erhebliche Problematik: Belastbarkeit und den Umgang mit Menschen kann man eben nicht eindeutig im Bewerbungsgespräch feststellen, weshalb in vielen kundenorientierten Berufen eine Probezeit mit voller Bezahlung und Befristung des Arbeitsverhältnisses inzwischen zum Standard geworden ist.

Wie kann man Soft Skills trainieren?

Soft Skills lassen sich am besten trainieren, indem man sie bewusst im Alltag übt, Feedback einholt und somit gezielt neue Erfahrungen sammelt. Ratsam ist es, sich in verschiedenen Situationen selbst zu beobachten und regelmäßig zu reflektieren, wie man kommuniziert, mit anderen zusammenarbeitet und mit Stress umgeht. Hilfreich ist zudem, immer wieder Rückmeldungen von Kollegen, Freunden und Mentoren einzuholen, um ein realistisches Bild der eigenen Außenwirkung zu bekommen.

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Wer seine Kommunikationsfähigkeit verbessern möchte, sollte aktives Zuhören üben, klare Fragen stellen und an seiner Körpersprache arbeiten. Kreativität und Problemlösungskompetenz entwickeln sich besonders gut durch bewährte Methoden wie Brainstorming und Design Thinking, Selbstmanagement und Resilienz durch Techniken wie Zeitplanung, Achtsamkeit oder Sport.